PSYCHOLOGIE DES GELDES No. 36

Geld & Freundschaft.

"Mein Schwager macht das schon."
Warum soziale Nähe der größte Feind Ihrer Rendite ist.

Es fühlt sich sicher an: Ein Bekannter, Verwandter oder "guter Freund" kümmert sich um Ihre Finanzen. Man vertraut sich. Doch dieses Vertrauen ist oft toxisch. Hier ist die ökonomische Wahrheit über "Vetternwirtschaft" im Depot.

Das Weihnachts-Dilemma

Stellen Sie sich vor, die Märkte crashen um 40%. Ihr Depot ist tief rot, weil Ihr Schwager auf eine riskante Sektorwette gesetzt hat.

Können Sie ihn feuern? Können Sie ihn zur Rede stellen?

Wahrscheinlich nicht. Denn Sie wollen den Frieden beim nächsten Weihnachtsessen nicht gefährden. Das ist das Problem: Soziale Nähe verhindert professionelle Härte.

Merksatz: Ein Vermögensverwalter, den Sie nicht emotionslos kündigen können, ist kein Dienstleister, sondern ein Vormund.

Das Kompetenz-Paradox

Meistens arbeitet der "Bekannte" bei einer Bank oder einem Vertrieb. Er ist ein Verkäufer, kein Investor. Er verkauft Ihnen das, was sein Arbeitgeber ihm vorgibt ("Produkt der Woche").

Sie kaufen das Produkt nicht, weil es mathematisch sinnvoll ist (meist ist es zu teuer), sondern um ihm einen Gefallen zu tun. Sie bezahlen Ihre Freundschaft mit Ihrer Rendite.

Der Beziehungs-TÜV: Die Warnsignale

Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Wenn einer der folgenden Punkte auf Ihr Arrangement zutrifft, sollten Sie handeln:

Achtung: Interessenkonflikt!

Sie befinden sich in einer Abhängigkeit. Ihr Vermögen wird wahrscheinlich nicht nach Best-Practice verwaltet, sondern nach sozialen Gefälligkeiten. Trennen Sie Geld und Freundschaft.

DIE LÖSUNG

Retten Sie den Familienfrieden.

Nehmen Sie Ihre Finanzen selbst in die Hand. Das ist nicht nur günstiger und besser,
sondern schützt auch Ihre persönlichen Beziehungen vor Geldstreitigkeiten.

Zum "Fundament" (Selbstentscheider)

Souveränität ist der beste Schutz.